One Way Deck / Einweg-Kartenspiel einfach erklärt
Was ist ein One Way Deck?
Ein One Way Deck, auf Deutsch oft Einweg-Kartenspiel genannt, ist ein Kartenspiel, dessen Rückseite oder Schnitt eine erkennbare Richtung besitzt. Wird eine einzelne Karte im Kartenspiel um 180 Grad gedreht, kann ein geübter Zauberkünstler diese Karte später am Kartenrücken wiedererkennen. mehr...
Der deutsche Begriff „Einweg-Kartenspiel“ ist dabei etwas missverständlich. Gemeint ist natürlich kein Kartenspiel, das man nur einmal verwendet. Es geht vielmehr darum, dass das Kartenspiel in einer bestimmten Richtung ausgerichtet ist. Dreht man eine Karte, liegt sie im Vergleich zu den anderen Karten „andersherum“ im Spiel.
One Way durch das Rückenmuster
Die klassische Variante entsteht durch ein Rückenmuster, das nicht vollständig symmetrisch ist. Ein gutes Beispiel dafür ist das Bicycle League Back Kartenspiel.
Beim Bicycle League Back befindet sich in der Mitte des Rückenmusters ein Kreis mit drei Flügeln. Wenn alle Karten gleich ausgerichtet sind und eine einzelne Karte gedreht wird, zeigt dieses Muster bei dieser Karte in die andere Richtung. Für Zuschauer sieht das Kartenspiel weiterhin völlig normal aus. Für den Zauberkünstler entsteht aber ein dezenter Orientierungspunkt.
So kann eine gezogene Karte später wiedergefunden werden, ohne dass auf der Bildseite etwas markiert oder verändert sein muss.
One Way durch einen nicht mittigen Schnitt
Ein One Way Deck kann aber auch durch den Schnitt des Kartenspiels entstehen. Manchmal ist ein Kartenspiel bei der Herstellung nicht ganz exakt mittig geschnitten. Dann ist einer der weißen Ränder etwas schmaler als der gegenüberliegende Rand.
Wenn alle Karten gleich ausgerichtet sind, fällt das zunächst kaum auf. Wird jedoch eine einzelne Karte um 180 Grad gedreht, liegt der schmale Rand auf der anderen Seite. Dadurch kann die gedrehte Karte beim Durchsehen der Rückseiten auffallen.
Das ist nicht bei jedem Kartenspiel der Fall und auch nicht immer beabsichtigt. Für die Kartenzauberei ist es aber ein interessanter Punkt, weil selbst ein scheinbar normales Kartenspiel dadurch eine One-Way-Eigenschaft haben kann.
Wie wird ein One Way Deck in der Zauberei genutzt?
In der Kartenzauberei kann ein One Way Deck helfen, eine Zuschauerkarte wiederzufinden. Das Kartenspiel wird vorher einheitlich ausgerichtet. Nachdem ein Zuschauer eine Karte gezogen hat, wird das Kartenspiel heimlich um 180 Grad gedreht. Kommt die Zuschauerkarte zurück, liegt sie im Vergleich zu den anderen Karten andersherum im Spiel.
Später muss der Zauberkünstler beim Durchsehen der Rückseiten nur die Karte finden, deren Muster oder Rand in die andere Richtung zeigt. Das kann sehr unauffällig wirken, weil das Publikum meist nicht auf solche kleinen Details achtet.
Wer sich allgemein für Kartentricks interessiert, findet hier viele weitere Effekte mit normalen und vorbereiteten Kartenspielen.
One Way Deck und Marked Deck – der Unterschied
Ein One Way Deck zeigt dem Zauberkünstler nicht den Wert einer Karte. Es zeigt nur, dass eine Karte andersherum im Kartenspiel liegt.
Ein Marked Deck dagegen besitzt Markierungen, durch die der Zauberkünstler den Wert einer Karte erkennen kann. Beide Systeme gehören zur vorbereiteten Kartenzauberei, arbeiten aber unterschiedlich.
Kurz gesagt:
Ein One Way Deck hilft beim Finden einer gedrehten Karte.
Ein Marked Deck hilft beim Erkennen einer bestimmten Karte.
Praxis-Tipp für Einsteiger
Wer ein One Way Deck ausprobieren möchte, sollte zuerst das Rückenmuster und die weißen Ränder des Kartenspiels in Ruhe betrachten. Beim Bicycle League Back ist der Kreis mit den drei Flügeln ein guter Orientierungspunkt.
Richten Sie alle Karten gleich aus, drehen Sie eine einzelne Karte um 180 Grad und blättern Sie das Kartenspiel anschließend mit der Rückseite nach oben durch. So bekommt man schnell ein Gefühl dafür, wie deutlich der Unterschied sichtbar ist.
In der Vorführung sollte man allerdings nicht zu lange auf die Rückseiten schauen. Sonst denkt der Zuschauer: „Moment mal, warum schaut der so interessiert auf die Rückseite meiner Karte?“ Und genau diesen kleinen Alarm wollen wir natürlich vermeiden.
Passende Begriffe im Zauberlexikon
Wer sich mit dem One Way Deck beschäftigt, findet auch diese Begriffe interessant:
- Leitkarte – eine Karte, die dem Zauberkünstler als Orientierungspunkt im Kartenspiel dient.
- Kurzkarte / Short Card – eine leicht kürzere Karte, die beim Durchrauschen des Kartenspiels spürbar wird.
- Stripper Deck – ein vorbereitetes Kartenspiel, mit dem Karten kontrolliert werden können.
- Bicycle Trickkarten – spezielle Karten für Kartentricks und vorbereitete Effekte.
Produktempfehlung
Ein passendes Beispiel für ein klassisches One Way Deck ist das Bicycle League Back Kartenspiel. Durch sein Rückenmuster mit dem Kreis und den drei Flügeln kann es für einfache One-Way-Effekte genutzt werden.
Für weitere Kartentricks und vorbereitete Effekte lohnt außerdem ein Blick auf Bicycle Karten und die Seite Spielkarten. Dort finden Einsteiger und fortgeschrittene Zauberkünstler passende Kartenspiele und Spezialkarten für unterschiedliche Routinen.
Wer gezielt nach einem Zaubertrick mit Karten sucht, findet im Zaubershop passende Ideen für Anfänger und fortgeschrittene Kartenfreunde.
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Über diesen Beitrag
Dieser Lexikonbeitrag wurde von New Magic Line erstellt und erklärt Fachbegriffe aus der Zauberei verständlich, praxisnah und ohne geheime Trickdetails offenzulegen.
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Kurzzusammenfassung
Ein One Way Deck oder Einweg-Kartenspiel ist ein Kartenspiel, bei dem Rückenmuster oder Schnitt eine erkennbare Richtung besitzen. Wird eine Karte gedreht, kann ein Zauberkünstler sie später am anders ausgerichteten Muster oder Rand wiederfinden. Ein klassisches Beispiel ist das Bicycle League Back Kartenspiel. Anders als ein Marked Deck zeigt ein One Way Deck nicht den Wert einer Karte, sondern nur ihre veränderte Ausrichtung im Kartenspiel.