Warum wir nicht mehr in alle EU-Länder liefern können
Gegen die unverhältnismäßige Belastung kleiner und mittelständischer Händler durch die neuen europäischen Verpackungsregelungen gibt es bereits eine Petition, die sich genau mit diesem Problem beschäftigt.
Denn es geht dabei nicht nur um zusätzliche Formulare und Meldungen. Für Händler können in jedem belieferten EU-Mitgliedstaat zusätzliche Registrierungen, nationale Verpackungssysteme, laufende Gebühren und gegebenenfalls Kosten für einen vorgeschriebenen Bevollmächtigten hinzukommen.
Je nach Land und gewählter Lösung können sich diese Kosten schnell auf mehrere hundert Euro pro Jahr und Mitgliedstaat summieren – selbst wenn ein kleiner Händler dort vielleicht nur ein einziges Paket im Jahr verschickt.
Die Petition fordert unter anderem praktikable Sonderregelungen für kleine Unternehmen, Bagatellgrenzen und eine zentrale europäische Lösung anstelle zahlreicher nationaler Einzelverfahren.
Wir bedauern sehr, dass wir unseren Versand in viele Länder der Europäischen Union einstellen müssen.
Eigentlich sollte Europa für einen gemeinsamen Markt stehen, in dem Waren unkompliziert über Grenzen hinweg verkauft und gekauft werden können. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen war genau das für uns immer einer der großen Vorteile der Europäischen Union.
Mit den neuen europäischen Regelungen zur Verpackungsverantwortung wird dieser Gedanke aus unserer Sicht jedoch zunehmend ins Gegenteil verkehrt.
Wer als kleiner Onlinehändler Waren direkt an Kunden in andere EU-Mitgliedstaaten versendet, muss sich dort mit Registrierungen, Verpackungssystemen, Meldungen und weiteren Verpflichtungen auseinandersetzen. Hinzu können laufende Kosten für Verpackungslizenzierung, Systembeteiligung und einen Bevollmächtigten im jeweiligen Mitgliedstaat kommen.
Und genau hier liegt für kleine Händler das eigentliche Problem:
Diese Kosten und Verpflichtungen entstehen bereits bei sehr geringen Versandmengen.
In viele EU-Länder versenden wir teilweise nur ein einziges Paket im Jahr. Für diese eine Bestellung müssten wir uns mit den jeweiligen nationalen Vorschriften beschäftigen, Registrierungen durchführen, Meldungen abgeben und je nach Land zusätzliche Dienstleister oder Bevollmächtigte bezahlen.
Das kann wirtschaftlich nicht funktionieren.
Kein kleiner Händler kann mehrere hundert Euro jährliche Zusatzkosten für ein Land auf sich nehmen, um dort vielleicht einen einzigen Auftrag im Wert von 30, 50 oder 100 Euro auszuführen.
Für große Unternehmen mit hohen Stückzahlen und eigenen Rechts- und Verwaltungsabteilungen verteilen sich solche Kosten auf Tausende Sendungen.
Das Ergebnis ist leider genau das Gegenteil dessen, was ein gemeinsamer europäischer Binnenmarkt eigentlich ermöglichen sollte:
Was bedeutet das für unsere Kunden?
Ab dem 12. August 2026 beschränken wir unseren Versand innerhalb der Europäischen Union auf:
Nach Österreich versenden wir regelmäßig. Deshalb nehmen wir dort, schon seit längeren, den zusätzlichen organisatorischen und finanziellen Aufwand auf uns.
In die übrigen EU-Mitgliedstaaten stellen wir den direkten Versand vorerst ein.
Lieferungen in ausgewählte Länder außerhalb der Europäischen Union sind weiterhin möglich. Dazu gehören beispielsweise die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Welche Länder aktuell beliefert werden können, entnehmen Sie bitte unserer Lieferländerübersicht weiter unten auf dieser Seite.
Diese Entscheidung treffen wir nicht gerne.
Wir haben über viele Jahre Zauberfreunde in zahlreichen europäischen Ländern beliefert und würden dies auch weiterhin gerne tun.
Aber irgendwann kommt für einen kleinen Händler der Punkt, an dem er entscheiden muss, wo er seine Zeit und sein Geld investiert:
In neue Zauberartikel, deutsche Anleitungen, Kundenservice und einen gut sortierten Shop – oder in immer weitere Registrierungen, Meldungen, Gebühren und Verwaltungsverfahren.
Wir haben uns für unsere Kunden und unser eigentliches Geschäft entschieden.
Umweltschutz ja – aber bitte mit Augenmaß
Uns geht es ausdrücklich nicht darum, Umweltschutz, Recycling oder die Verantwortung für Verpackungen infrage zu stellen.
Natürlich müssen Unternehmen Verantwortung für die Verpackungen übernehmen, die sie in Umlauf bringen.
Genau das tun wir bereits heute.
Unsere Verpackungen sind in Deutschland ordnungsgemäß registriert und an einem dualen System beteiligt. Für die von uns in Verkehr gebrachten Verpackungsmengen zahlen wir bereits die entsprechenden Lizenzentgelte.
Unsere Kritik richtet sich deshalb ausdrücklich nicht gegen die Verpackungslizenzierung an sich.
Was wir kritisieren, ist die Art und Weise, wie diese Verantwortung beim grenzüberschreitenden Handel innerhalb Europas organisiert wird.
Es kann aus unserer Sicht nicht verhältnismäßig sein, dass ein kleiner Händler für ein oder zwei Pakete im Jahr in ein bestimmtes EU-Land zusätzliche Registrierungen durchführen, Meldungen abgeben, nationale Verpackungssysteme nutzen und einen Bevollmächtigten bezahlen muss.
Genau hier fehlt uns das Augenmaß.
Warum gibt es für kleine Unternehmen und Kleinstmengen keine einfache europäische Lösung?
Denkbar wäre beispielsweise eine zentrale EU-Registrierung, über die kleine Händler ihre tatsächlich versendeten Verpackungsmengen für alle Mitgliedstaaten melden und die entsprechenden Kosten abrechnen können.
Auch sinnvolle Bagatellgrenzen oder stark vereinfachte Verfahren für geringe Versandmengen wären Möglichkeiten, Umweltschutz und freien Handel miteinander zu verbinden.
Wir übernehmen bereits Verantwortung für unsere Verpackungen und bezahlen für deren Entsorgung und Recycling. Was für kleine Unternehmen kaum zu stemmen ist, ist die zusätzliche Verpflichtung, für geringe Versandmengen zahlreiche unterschiedliche nationale Systeme zu bedienen.
Umweltschutz sollte dafür sorgen, dass Verpackungen vermieden, gesammelt und recycelt werden.
Ein gemeinsamer europäischer Binnenmarkt und verantwortungsvoller Umweltschutz müssen sich nicht gegenseitig ausschließen.
Dafür braucht es jedoch Regelungen, die auch für kleine und mittelständische Unternehmen praktisch und finanziell umsetzbar sind.
Besonders betroffen: Fach- und Nischenhändler
Besonders problematisch ist diese Entwicklung für kleine Fach- und Nischenhändler.
Gerade solche Unternehmen sind darauf angewiesen, ihre spezialisierten Produkte auch über die Grenzen des eigenen Landes hinaus anbieten zu können.
Der Markt für besondere Sortimente ist innerhalb eines einzelnen Mitgliedstaates naturgemäß wesentlich kleiner als bei Produkten des täglichen Bedarfs.
Ein Zaubershop wie unserer ist dafür ein gutes Beispiel: Wir bieten viele spezialisierte Artikel an, deren Käufer über ganz Europa verteilt sind. Genau für solche Sortimente war ein gemeinsamer europäischer Markt immer besonders wertvoll.
Wenn jedoch bereits wenige Bestellungen aus einem anderen EU-Land zusätzliche Registrierungen, laufende Gebühren, Meldungen und weitere nationale Verpflichtungen auslösen, wird der grenzüberschreitende Verkauf für kleine Anbieter wirtschaftlich kaum noch sinnvoll.
Große Unternehmen können zusätzliche Fixkosten auf Tausende oder Millionen Bestellungen verteilen.
Ein kleiner Fachhändler kann das nicht.
Das führt aus unserer Sicht zu einer bedenklichen Entwicklung:
Ausgerechnet diejenigen Unternehmen, die mit besonderen Produkten für Vielfalt im europäischen Handel sorgen, haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Waren europaweit anzubieten.
Diese Regelungen betreffen am Ende auch Sie als Kunden
Auf den ersten Blick ist die neue Verpackungsregulierung ein Problem der Händler.
Auf den zweiten Blick betrifft sie jedoch auch die Kunden.
Denn wenn kleine Unternehmen den Versand in andere EU-Staaten einstellen, wird auch Ihre Auswahl kleiner.
Heute betrifft es unseren Zaubershop.
Morgen vielleicht den kleinen französischen Feinkosthändler, einen italienischen Familienbetrieb, einen niederländischen Modellbauer oder einen anderen spezialisierten Händler irgendwo in Europa, bei dem Sie gerne einkaufen würden.
Gerade kleine Fachgeschäfte bieten häufig Produkte an, die Sie nicht bei jedem großen Anbieter finden.
Wenn grenzüberschreitender Handel für solche Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll möglich ist, verlieren am Ende nicht nur die Händler.
Auch die europäischen Verbraucher verlieren Auswahl, Wettbewerb und den Zugang zu spezialisierten Produkten aus anderen europäischen Ländern.
Das ist für uns schwer mit der ursprünglichen Idee eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes vereinbar.
Sie möchten etwas dagegen tun?
Wenn Sie ebenfalls der Meinung sind, dass Umweltverantwortung wichtig ist, die Belastungen für kleine und mittelständische Unternehmen dabei aber verhältnismäßig bleiben müssen, können Sie diese Forderung mit Ihrer Unterschrift unterstützen.
Die Petition trägt den Titel:
„Stop destroying EU micro-businesses: Immediate moratorium on cross-border EPR fees“
Sie fordert unter anderem praktikable Lösungen für kleine Unternehmen, eine Bagatellgrenze für geringe grenzüberschreitende Mengen und ein zentrales europäisches Verfahren anstelle zahlreicher nationaler Einzelregistrierungen.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Verpackungsgesetze oder Recyclingverpflichtungen abzuschaffen.
Es geht darum, Regelungen zu schaffen, die auch ein kleiner europäischer Händler erfüllen kann, ohne dass der Versand eines einzelnen Pakets in ein Nachbarland einen unverhältnismäßigen organisatorischen und finanziellen Aufwand verursacht.
Vielleicht können wir die Gesetzgebung nicht von heute auf morgen verändern.
Aber wir können deutlich machen, dass ein gemeinsamer europäischer Markt auch für kleine Unternehmen funktionieren muss.