Rau-Glatt-Prinzip – Spezialpräparation bei Kartentricks einfach erklärt


Rau-Glatt-Prinzip bei Kartentricks verständlich erklärt

Das Rau-Glatt-Prinzip ist eine spezielle Vorbereitung von Spielkarten, die bei bestimmten Kartentricks verwendet wird. Dabei sind die Karten so vorbereitet, dass sie paarweise aneinanderhaften können, ohne wirklich fest miteinander zu verkleben. mehr...

Das Grundprinzip ist leicht zu verstehen: Wird beim Auffächern oder Ausbreiten etwas Druck auf das Kartenspiel ausgeübt, haften die Karten paarweise aneinander. Dadurch sieht der Zuschauer nur etwa die Hälfte des Kartenspiels. Wird das Kartenspiel dagegen ohne diesen Druck aufgefächert oder ausgebreitet, können alle Karten sichtbar werden.

Für das Publikum entsteht dadurch ein überraschender Eindruck: Ein Kartenspiel kann scheinbar aus lauter gleichen Karten bestehen, später aber wieder wie ein normales gemischtes Kartenspiel aussehen. Oder bestimmte Karten scheinen plötzlich verschwunden, erschienen oder verwandelt zu sein. Das Rau-Glatt-Prinzip ist also kein einzelner Kartentrick, sondern ein Hilfsprinzip der Kartenzauberei.


Wofür wird das Rau-Glatt-Prinzip verwendet?

Das Rau-Glatt-Prinzip wird vor allem bei Kartentricks eingesetzt, bei denen Karten scheinbar verschwinden, erscheinen, sich verwandeln oder auf überraschende Weise unterschiedlich gezeigt werden sollen.

Ein bekanntes Anwendungsgebiet sind Trickdecks. Je nachdem, wie das Kartenspiel aufgefächert oder ausgebreitet wird, kann es für Zuschauer ganz unterschiedlich wirken. Ein Kartenspiel kann zum Beispiel zuerst wie ein normales gemischtes Spiel aussehen und später scheinbar nur noch aus gleichen Karten bestehen. Ebenso kann ein Spiel erst leer wirken und anschließend wieder bedruckte Karten zeigen.

Auch bei Forcier-Kartenspielen kann das Rau-Glatt-Prinzip eine Rolle spielen. Der Zuschauer hat dabei den Eindruck, frei eine Karte zu wählen, während der Zauberer den Ablauf kontrollieren kann. Für das Publikum steht nicht die Technik im Vordergrund, sondern der Effekt: Eine Karte wird scheinbar frei gewählt und am Ende auf überraschende Weise wiedergefunden oder vorhergesagt.

Bei Verwandlungseffekten kann das Prinzip ebenfalls eingesetzt werden. Eine Karte oder eine Kartengruppe scheint sich zu verändern, obwohl das Kartenspiel vorher ganz normal aussah. Genau darin liegt der Reiz: Die Karten wirken harmlos, haben aber im richtigen Moment ein kleines Eigenleben.


Warum ist das Rau-Glatt-Prinzip für Anfänger interessant?

Für Anfänger ist das Rau-Glatt-Prinzip interessant, weil es einige starke Karteneffekte ermöglicht, ohne dass sofort schwierige Fingerfertigkeit nötig ist. Das bedeutet aber nicht, dass der Trick von allein funktioniert. Auch ein vorbereitetes Kartenspiel muss sauber vorgeführt werden.

Wichtig ist vor allem das Gefühl für die Karten. Ein Zauberer sollte vor der ersten Vorführung ausprobieren, wie sich das Kartenspiel verhält, bei welchem Druck die Karten paarweise aneinanderhaften und wann alle Karten sichtbar werden. Das klingt trocken, ist aber der kleine Unterschied zwischen „Aha, nett“ und einem wirklich sauberen Effekt.

Gerade bei Einsteigertricks mit vorbereiteten Karten hilft das Rau-Glatt-Prinzip, den Ablauf übersichtlicher zu machen. Der Zauberer kann sich stärker auf die Präsentation konzentrieren, während das Kartenspiel bestimmte Aufgaben im Hintergrund übernimmt.


Unterschied zu normalen Spielkarten

Ein normales Kartenspiel besteht aus Karten, die sich möglichst gleichmäßig mischen, abheben und ausbreiten lassen. Beim Rau-Glatt-Prinzip ist das anders. Hier sind bestimmte Kartenflächen so vorbereitet, dass Karten paarweise aneinanderhaften können, wenn beim Auffächern oder Ausbreiten Druck ausgeübt wird.

Optisch muss man diesen Unterschied nicht unbedingt erkennen. Genau das macht das Prinzip für die Kartenzauberei so nützlich. Die Karten sehen für Zuschauer gewöhnlich aus, können aber in der Hand des Zauberers besondere Wirkungen ermöglichen.

Trotzdem sollte man ein Rau-Glatt-Kartenspiel nicht wie ein beliebiges Alltagskartenspiel behandeln. Solche Karten sind für bestimmte Effekte vorbereitet und sollten entsprechend sorgfältig aufbewahrt werden. Ein Kartenmäppchen oder die passende Kartenschachtel schützt die Karten vor Knicken, Schmutz und Feuchtigkeit.


Unterschied zu anderen Trickkarten

Das Rau-Glatt-Prinzip ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Karten für Kartentricks vorzubereiten. Es unterscheidet sich zum Beispiel von kurzen Karten, markierten Karten, One Way Decks, Blankokarten oder Gaff Cards.

Eine kurze Karte ist anders geschnitten. Ein Marked Deck besitzt versteckte Markierungen. Ein One Way Deck nutzt Unterschiede in der Gestaltung oder Ausrichtung der Karten. Eine Gaff Card zeigt oft ein besonderes Druckbild, das mit einer normalen Spielkarte nichts mehr zu tun hat.

Beim Rau-Glatt-Prinzip geht es dagegen um das Verhalten der Kartenflächen. Die Besonderheit liegt also nicht unbedingt im sichtbaren Druckbild, sondern darin, wie sich bestimmte Karten beim Auffächern oder Ausbreiten des Kartenspiels verhalten.

Kurz gesagt: Eine Rau-Glatt-Präparation verändert nicht zwingend das Aussehen einer Karte, sondern ihre Handhabung.


Praxis-Tipp für Einsteiger

Wenn Sie einen Kartentrick mit Rau-Glatt-Prinzip verwenden, sollten Sie ihn zunächst langsam und ohne Zuschauer ausprobieren. Fächern Sie das Kartenspiel mit unterschiedlichem Druck auf und merken Sie sich, wann Karten paarweise aneinanderhaften und wann alle Karten sichtbar werden.

Führen Sie den Trick erst dann vor, wenn der Ablauf sicher sitzt. Gerade bei Rau-Glatt-Karten ist ein ruhiger Umgang wichtig. Zu viel Druck an der falschen Stelle, hektische Bewegungen oder unsichere Handhabung können den Effekt unnötig erschweren.

Für die erste Vorführung eignet sich eine kurze, klare Routine. Der Effekt sollte leicht verständlich sein: Eine Karte erscheint, eine Karte verschwindet, ein Kartenspiel verändert sich oder eine Vorhersage stimmt. Wenn die Handlung klar ist, muss das Publikum nicht über den Trick nachdenken, sondern kann den Moment genießen.


Passende Begriffe im Zauberlexikon

Zum Rau-Glatt-Prinzip passen mehrere Begriffe aus der Kartenzauberei. Dazu gehören Trickkarte, Forcieren, kurze Karte, Blankokarten, Doppelrücken Karten und Päckchentricks.

Auch Begriffe wie Color Changing Deck oder Forcier-Kartenspiel stehen oft in Verbindung mit vorbereiteten Kartenspielen. Dabei geht es nicht immer um dasselbe technische Prinzip, aber um eine ähnliche Grundidee: Das Kartenspiel sieht für Zuschauer gewöhnlich aus, ist aber für einen bestimmten Effekt vorbereitet.

Wer Kartentricks besser verstehen möchte, begegnet dem Rau-Glatt-Prinzip früher oder später. Es ist einer dieser Begriffe, die zunächst etwas technisch klingen, aber viele Produktbeschreibungen deutlich verständlicher machen.


Produktempfehlung zum Rau-Glatt-Prinzip

Wenn Sie das Rau-Glatt-Prinzip in der Praxis kennenlernen möchten, sind besonders Invisible Decks, Brainwave Decks und das Mirage Deck interessant. Bei diesen Kartentricks wird ein vorbereitetes Kartenspiel genutzt, um sehr klare und direkte Effekte zu ermöglichen.

Beim Invisible Deck nennt ein Zuschauer eine frei gedachte Karte. Wenn das echte Kartenspiel anschließend ausgebreitet wird, liegt genau diese Karte als einzige umgedreht im Spiel. Das macht den Effekt leicht verständlich und für Einsteiger besonders reizvoll.

Das Brainwave Deck geht noch einen Schritt weiter: Die gedachte Karte liegt nicht nur umgedreht im Kartenspiel, sondern besitzt zusätzlich eine andersfarbige Rückseite. Dadurch entsteht nach der ersten Enthüllung noch eine zweite Überraschung.

Das Mirage Deck ist für alle interessant, die ein vorbereitetes Kartenspiel mit mehr Freiheit in der Handhabung suchen. Es wird im Shop als Weiterentwicklung des Svengali Decks beschrieben und verbindet das Svengali-Prinzip mit einer Rau-Glatt-Präparation. Dadurch lassen sich verschiedene Karteneffekte mit einem einzigen Trickdeck vorführen.

Passend dazu lohnt sich außerdem ein Blick in die Kategorie Bicycle Trickkarten / Gimmick Karten. Dort finden Sie weitere Spezialkarten, Trickkarten und vorbereitete Kartensets für Kartentricks, visuelle Effekte und kurze Kartenroutinen.


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Autor dieses Zauberlexikon-Beitrags

Dieser Beitrag wurde von New Magic Line erstellt. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren mit Zauberartikeln, Kartentricks und praktischer Vorführung für Einsteiger und fortgeschrittene Zauberkünstler.

Wer mehr wissen möchte: Hier erfahren Sie mehr über uns und unseren Zaubershop.


Kurzzusammenfassung

Das Rau-Glatt-Prinzip ist eine spezielle Vorbereitung von Spielkarten für Kartentricks. Dabei können Karten beim Auffächern oder Ausbreiten mit leichtem Druck paarweise aneinanderhaften, ohne wirklich zu verkleben. Dadurch kann ein Kartenspiel je nach Handhabung unterschiedlich aussehen: einmal sieht man nur etwa die Hälfte der Karten, ein anderes Mal das ganze Spiel. Das Prinzip wird bei Trickdecks, Forcier-Kartenspielen, Invisible Decks, Brainwave Decks, Mirage Decks und anderen vorbereiteten Kartentricks eingesetzt.